Neue Jacken für Notfallseelsorger

Spenden ermöglichen die Einatzkleidung für die 44 von den Kirchen beauftragen Frauen und Männer. Sie sind Tag und Nacht einsatzbereit

Immer, wenn ein schlimmes Ereignis passiert ist, ein Mensch überraschend ums Leben gekommen ist oder etwa eine akute Krisensituation in den Alltag eingebrochen ist, sind sie schnell zur Stelle: die Notfallseelsorger. Allein im letzten Jahr gab es 120 Einsätze dieser Ehrenamtlichen in Bochum.Das Teamaus 44 Frauen und Männern rund um seinen Leiter Pfarrer Hajo Witte steht rund um die Uhr bereit, ganz egal bei welchem Wetter.

Als Teil des Rettungssystems erhalten sie ihre Einsatzaufträge in der Regel von Feuerwehr, Rettungsdienst oder der Polizei. Die vielfältigen Aufgaben sind genau der Grund, weshalb die von den beiden Kirchen beauftragten Notfallseelsorger jetzt mit neuer Einsatzkleidung ausgestattet worden sind. 40 regen- und winterfeste Jacken wurden angeschafft. Die einheitliche violette Farbe soll helfen, dass die Seelsorger jederzeit zuerkennen und vor der Witterung geschützt sind. Für die warme Jahreszeit lassen sich praktische Westen herausnehmen. Möglich wurde die Investition von rund 10.000 Euro vor allem durch großzügige Spenden. Als Hauptsponsor traten insgesamt sieben Bochumer Baugenossenschaften auf, die allein 5000 Euro gaben.

Jürgen Dickten ist Geschäftsführer der Baugenossenschaft Heimat aus Stiepel. Ihm war diese Spende ein großes Anliegen. „Uns war es sehr wichtig, zu helfen und die Notfallseelsorger bei ihrer schweren Arbeit zu unterstützen“, sagte er stellvertretend für die anderen Bochumer Baugenossenschaften. Für die Evangelische Kirche unterstrich Superintendent Gerald Hagmann, dass der Dienst für andere im Zentrum stehe. Neben den Großspendern hatten auch viele Einzelpersonen mit kleineren Zuwendungen das Projekt unterstützt. Seit 1996 gibt es die Notfallseelsorge in dieser Konstruktion in Bochum. Von Beginn an dabei ist der mittlerweile pensionierte Pfarrer Hartwig Burgdörfer. Als ehemaliger Krankenhausseelsorger weiß er,wie wichtig diese Arbeit ist.

„Jeder Einsatz ist notwendig.“ Gerade erst ein gutes Jahr mit im Team ist Uwe Pohl. Der 77-jährige pensionierte Polizeibeamte hat schon während seiner Zeit als Polizist gerne nachts gearbeitet. Er zieht viel aus seiner Arbeit als Notfallseelsorger. „Jeder Einsatz macht mich dankbar und auch als Mensch reifer.“ In seinem ersten Jahr wurde er schon in zwölf Fällen dazu gerufen. Er empfindet diese neue Arbeit als große Bereicherung.

Seelsorger treffen sich regelmäßig zu Gesprächen

Wenn es darum geht, Angehörigen eine Todesnachricht zu überbringen,wenn ein Kind oder ein Jugendlicher plötzlich gestorben ist oder es eine Großschadenslage, etwa ein Brand mit Todesopfern, gibt, werden die Männer und Frauen in ihren violetten Einsatzjacken alarmiert. Hajo Witte weiß aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung, dass natürlich auch für die Leute seines Teams die Erlebnisse schnell auch zu einer Belastung werden können. „Wir treffen uns regelmäßig zur Supervision, aber es gibt auch Einzelgespräche. Das ist ganz wichtig.“

Artikel von: Michael Weeke, WAZ-Bochum, erschienen am 25.11.2019 – Zum Online Artikel
Foto: Dietmar Wäsche / FFS

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